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Andrea Sauter, Katonah Yogalehrerin im Gespräch

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Für Dich im Gespräch, Andrea Sauter von Yogamand. Ich für meinen Teil kann eindeutig sagen, das Du mich mega geflashst hast. Mit Dir Yoga zu praktizieren ist einfach mega! In jeglicher Hinsicht. Und genau deshalb freue ich mich so, mit Dir im Mai in SPO zu praktizieren. KATONAH YOGA® meets Ayurveda

Andrea Sauter, Katonah Yoga®️Lehrerin im Gespräch

 

Und das hab ich von Andrea für Euch erfahren….

Liebe Andrea, Ich weiß, das Du mit einer Ausbildung als Vinyasa Yogalehrerin begonnen bist und dann relativ schnell zum Katonah Yoga®️
gekommen bist, wie kam das?

Andrea:
Oh, das war reiner Zufall. Im Februar 2012, nur ein 3/4 Jahr nach meiner Ausbildung, besuchte einen Workshop mit David Regelin in Frankfurt, den mir mein damaliger Lehrer sehr ans Herz gelegt hat. Dieses Wochenende hat mich im wahrsten Sinne des Wortes aufgerüttelt. Neu- und wissbegierig auf mehr buchte ich ein Retreat mit David im gleichen Jahr und nur ein halbes Jahr später fand ich mich im ersten 75-Stunden-KatonahYoga Training in New York City wieder. Das war im April 2013.
 
Was ist das Besondere an Katonah Yoga®️? Und wie würdest Du den Unterschied zum Vinyasa beschreiben?
Andrea:
In der deutschen Sprache wird „Vinyasa“ oft im Sinne von „fließender Choreographie“ verwendet. Dabei bedeutet es einfach nur „etwas in eine sinnvolle Reihenfolge zu bringen (und mit dem Atem zu verbinden)“. Nach dieser Definition unterscheidet sich die Hatha Yoga basierte Katonah Yoga Praxis erstmal nicht von einer anderen Klasse. 
 
Wenn du mich nach dem Unterschied zur choreographierten Yogaklasse fragst, finden sich jedoch massive Unterschiede. Eine Katonah Yoga Stunde hat immer einen Workshopcharakter und lebt vom gemeinschaftlichen Erfahren. Das Besondere für mich ist, dass wirklich JEDER aus seiner Komfortzone herausgeführt wird. Mit Hilfe von „Werkzeugen“ (universell gültige Geometrie, Physik, Zahlen), „Landkarten“ (Adjustments, Metaphern …) und der Gemeinschaft (alle Anwesenden) kann sich jeder auch sicher sein, dass er/sie dabei nicht alleine ist.
 
Die Komfortzone beschreibt ja erstmal nur die „gefühlte Wahrnehmung des Bekannten“. Alles außerhalb ist unbekannt und bedarf eines „Tourguides“. Das kann alles mögliche und jeder sein. Für mich ist es die sehr formale und pragmatische Anwendung von Landkarten, der Physik und Biomechanik und das Setzen von Grenzen.
 
Aus meiner Sicht liegt hier das größte Potential zur (Selbst-) Erkenntnis. Unser höchst eigenes Terra Incognita wird mit dieser Praxis erlebt, erfahren und kartografiert.
Was genau fasziniert Dich persönlich so am Katonah Yoga®️?
Jetzt bekomme ich Gänsehaut. Ich „entpersonalisiere“ meine YogaPraxis. Mache sie unabhängig von meinen Gefühlen und orientiere mich an der Form, der Funktion. Somit erlebe ich meine YogaPraxis jeden Tag neu. Jeden Tag erzählt sie mir etwas anderes, manchmal etwas Neues über mich. Damit erschließt sich für mich neues Terrain und es entwickeln sich neue Gedanken, Ansichten, Gefühle.
 
Seit Jahren besteht meine eigene Praxis aus den immer gleichen Übungen. Ich passe manche Übungen den Jahreszeiten an. Manchmal, eher selten nehme ich eine Übung raus, weil sie für mich nicht mehr sinnvoll ist. Dafür zieht dann eine andere Übung ein.
Die Philosophie des Katonah Yoga®️ kommt aus dem Taoismus,  soweit ich weiß, hat es mit Gegensätzen zu tun, und dass die Natur uns ihre intelligenten Muster zeigt, die sich im Körper widerspiegeln. Ist das so korrekt formuliert oder kannst Du uns einen kurzen Einblick in die Philosophie des Katonah Yoga®️ geben?
Das ist richtig. Dieser Yogastil ist im Taoismus verwurzelt. Wie viele andere Yogastile wird der Körper als Haus empfunden, für manche sogar als Tempel. Was viele vergessen ist, dass so ein Haus (auch ein Tempel) instand gehalten werden muss. Das heißt, ich muss putzen, die Fenster aufmachen, Staub aufwirbeln, manchmal Wände einreissen und wieder neu aufbauen, mich um die Rohre, Pumpen und die Elektrik kümmern.
 
Wichtig hierbei ist, ich muss wissen, wieviele Räume ich habe und wie ich von einem Raum, einem Stockwerk ins nächste begebe. Dazu muss ich wissen, dass es ein Norden und Süden, Osten und Westen gibt. Dass es Tag und Nacht, Sonne und Mond, Vergangenheit und Zukunft, Solar und Lunar gibt. Alles Polaritäten, Gegensätze, die es zu „balancieren“ und „auszugleichen“ gilt. Ein Ungleichgewicht bringt das System „Haus“ durcheinander und äußert sich in Verschleiß, Vernachlässigung und ähnliches.
Und genau das ist unsere Aufgabe, damit sind wir bei unserem ICH. Es ist die Aufgabe eines jeden Einzelnen, dafür zu sorgen, dass wir das Gleichgewicht in unserem Universum aufrecht erhalten. Dazu ist es ungemein von Vorteil zu wissen, dass das Universum sich wiederholt. Nicht nur in Mustern, aber hierin findet sich am ehesten die unfaßbare Intelligenz des Universums. 

Das Universum, für alle gleich, interessiert sich erstmal nicht für das Individuum.

 
Das Universum, für alle gleich, interessiert sich erstmal nicht für das Individuum. Aber es gibt jedem Individuum exakt die gleichen Mittel in die Hand. Die besten Beispiele hierfür sind die Zeit oder die Jahreszeiten. Jeder hat 24 Stunden am Tag. Keiner bekommt mehr oder weniger. Jeder erlebt 4 Jahreszeiten, und auf Frühling folgt Sommer folgt Herbst folgt Winter. 
 
Dieses Wissen er“mächtigt“ uns, gibt uns die notwendigen Werkzeuge in die Hand, die universell gültigen Gesetze für uns persönlich zu nutzen. Und damit wird das „Universelle“ zum „Individuellen“, mit dem wir wieder unsere die Gemeinschaft, unser Universum anreichern können.
 
Mit diesem Wissen lässt sich nicht nur der Makrokosmos sondern auch der Mikrokosmos erforschen. In uns selbst. Formen und Linien in und auf unserem Körper wiederholen sich. „Elle und Fuß“, ein altes Längenmaß, das heute noch gilt, Hand und Fußballen, Knie und Achselhöhle, die Form der Augen, die Form der Ohren. Das alles spiegelt etwas aus deinem unsichtbaren Inneren wieder. Dieses Wissen lässt dich das, was du nicht sehen kannst (das Implizite) mit dem, was du sehen kannst (das Explizite) sehen, erforschen und erklären. Dieses Wissen ist Macht. Macht über deinen eigenen Körper. Und daher auch „Yoga is Powerful“.
Und last but not least, Du bist, ebenso wie ich selbst, relativ spät mit Yoga begonnen (mit 30 /40 oder?) Wieviel Zeit nimmst Du Dir täglich um an Deiner eigenen Praxis zu wachsen? Welchen anderen Sport betreibst Du neben dem Yoga und praktizierst Du für Dich selbst ausschliesslich Katonah Yoga®️ oder gehst Du auch gern mal in andere Klassen (Hatha Yoga, Vinyasa, Yin Yoga…).
Ja, das ist richtig. Ich bin mit 40 zum Yoga gekommen. Mehr aus Zufall als ein geplantes Ereignis. Eine Freundin hatte mich auf ein Sommerspecial im Fitnessstudio aufmerksam gemacht.
 
Ich selbst praktiziere ausschließlich Katonah Yoga mit Elementen aus dem Functional Movement. Für meine tägliche (Asana) Praxis nehme ich mir 30-60 Minuten Zeit. Wenn ich sehr wenig Zeit habe, sind es 10-20 Minuten. Einen, manchmal zwei Tage pro Woche übe ich nicht, dafür gehe ich um einen See laufen oder erkunde die Stadt zu Fuß.
 
Eine andere Sportart betreibe ich momentan nicht. Allerdings möchte ich jetzt mit Krafttraining beginnen. Für Frauen in der Premenopause bzw. mitten in der Menopause ist es immens wichtig, etwas für den Muskelaufbau zu tun. Wir verlieren in dieser Lebensphase mehr Muskelkraft, als wir mit unserer gewohnten Praxis / Training aufbauen können. Dazu besuche ich demnächst den ein oder anderen Workshop.
 
Auch buche ich gerne Yoga Workshops, meistens haben die dann etwas mit Funktionaler Bewegung zu tun. Wenn ich die Zeit habe, in ein Yogastudio zu gehen, suche ich mir eine Hatha Yoga Klasse aus. Ich bin in der glücklichen Lage, hier in Stuttgart einen zweiten Katonah Yoga Lehrer zu haben, so dass ich hier etwas Inspiration aufsaugen kann.
 
Aufgrund meines chronischen Hüftgelenkstraumas achte ich sehr auf bedachte und bewußte Bewegungsmuster. Deshalb sind reine Flowklassen für mich nicht mehr sinn- bzw. reizvoll. Der Fokus einer solchen Klasse liegt – im Gegensatz zu einer Katonah Yoga Klasse – ganz woanders. Es ist für mich wie ein Ausgehen an einem Dienstag. Es macht viel Spaß und – wie sich jeder vorstellen kann – muss ich etwas dafür bezahlen. Der nächste Arbeitstag kann gar nicht schnell genug vorbei sein .

Cause & Effect

 
Wie vorhin schon erwähnt, kommt es immer auf die Balance an. Alles hat seinen Grund und Berechtigung. Aber wenn ich für alle meine Hausarbeiten immer einen Hammer benutze, darf ich nicht überrascht sein, wenn alles flach und platt gehämmert ist.
 
And after all .. Yoga ist Hausarbeit. Know how to host a party, know how to clean it up afterwards.
Liebe Andrea, danke für diese tollen Antworten. Ich freue mich schon auf Dich!
Wenn auch Du dabei sein willst, dann schau schnell hier vorbei
Deine Sunita

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