Ashwagandha – die exotische Pflanze aus Sicht der ayurvedischen Medizin

 

Ein Gastbeitrag von Jennifer Ann.

Die Heilpflanze Ashwagandha, die vorwiegend in Pakistan, Afghanistan und Indien beheimatet ist, wird auch als Schlafbeere oder Winterkirsche bezeichnet. Den Namen Ashwagandha (übersetzt „Geruch des Pferdes“) trägt sie, da ihre Wurzeln einen pferdeartigen Geruch besitzen. In der ayurvedischen Medizin nimmt Ashwagandha einen festen Platz ein. Kein Wunder, denn das sattvische Kraut soll ausgleichend wirken und zu mehr Klarheit verhelfen. Ich verrate dir, welche Wirkungen von der exotischen Pflanze ausgehen und warum die traditionelle indische Heilkunst so gerne auf Ashwagandha zurückgreift.

 

Was Ashwagandha in der ayurvedischen Medizin so beliebt macht

 

An dieser Stelle möchte ich dir einen kleinen Exkurs zum Thema Gunas geben. Das auf den Gunas beruhende Konzept, ist mehrere Tausend Jahre alt und stützt sich auf die Annahme, dass alles in unserer erfahrbaren Welt auf drei Kräfte zurückgeführt werden kann.

 

Zu den drei Gunas gehören:

  • Tamas – dieses Guna steht für Trägheit, Dumpfheit und Dunkelheit
  • Rajas – dieses Guna steht für Bewegung, Tatkraft und Rastlosigkeit.
  • Sattwa – dieses Guna steht für Reinheit, Klarheit und Harmonie.

 

Insbesondere das Sattwa gilt es durch eine zielorientierte Denkweise zu füttern, um es so zu stärken. Tamas und Rajas sollten wiederum entkräftet werden. Wenn dir das gelingt, erhältst du nach dem Guna-Konzept Erkenntnis.

 

Genau jetzt kommt Ashwagandha ins Spiel, denn es wird zu den sattvischen Mitteln gezählt. Ein sattvisches Individuum soll sich an Tugenden wie Geduld und dem Wunsch, spirituell heranzuwachsen, orientieren. Zudem strebt es nach Zufriedenheit und Glücklichsein. Ashwagandha soll dabei helfen, dir Ruhe und Klarheit zu verschaffen. Auch wenn die Pflanze geschmacklich gesehen bitter-süße Eigenschaften besitzt, wirkt sie sich nicht steigernd auf das Vata-Dosha aus, sondern ausgleichend. Gleiches gilt für das Kapha-Dosha.

Die Naturkunde setzt Ashwagandha ein, um drei verschiedene Bereiche des menschlichen Körpers zu beeinflussen: dhi (Aufnahme von Informationen), dhriti (das Merken von Informationen) und smriti (das Wiederaufrufen von Informationen). Die Heilpflanze erfüllt damit die Anforderungen an ein sogenanntes Medhya-Rasayana.

Damit ist Ashwagandha aus naturheilkundlicher und ayurvedischer Sicht ein echtes Allroundmittel, welches in Einklang mit dem Körper agiert und zahlreiche positive Eigenschaften besitzt.

Die Vorteile von Ashwagandha

 

Die Einnahme von Ashwagandha kann verschiedene positive Wirkungen in deinem Körper hervorrufen. Einen kleinen Auszug möchte ich dir jetzt exemplarisch vorstellen.

 

1.    Ashwagandha kann Stress reduzieren

 

Wusstest du, dass in deinen Nebennieren Stresshormone gebildet werden? Cortisol und Adrenalin werden immer dann ausgeschüttet, wenn du dich in Stresszuständen befindest. Dabei fungiert Cortisol als Gegenspieler von Insulin und erhöht demnach den Blutzuckerspiegel. Wenn du permanent gestresst bist, kann es dadurch zu einem erhöhten Blutzuckerspiegel kommen. Zudem gilt Cortisol als „Dickmacher-Hormon“, denn es sorgt dafür, dass mehr Bauchfett eingelagert wird.

Ashwagandha kann diesem negativen Trend entgegenwirken, denn die Heilpflanze kann den Cortisolspiegel in deinem Körper reduzieren. Das wurde übrigens bereits in Studien nachgewiesen.

 

2.     Ashwagandha kann Schlafprobleme und Angst lindern

 

Schlafprobleme und Ängste führen dazu, dass du dein Leben nicht in vollen Zügen genießen und die Tugenden, die ein sattvisches Individuum erfüllen sollte, nicht vorweisen kannst. Ängste können dich lähmen und dich daran hindern, dich spirituell weiterzuentwickeln.

Eine der interessantesten Fähigkeiten von Ashwagandha ist, dass sie Menschen mit Angstzuständen helfen kann. Auch die Schlafqualität kann durch das Heilkraut offenbar entscheidend verbessert werden. Die positive Wirkungsweise zeigte sich sowohl in Tierstudien als auch in Untersuchungen am Menschen. Das ist auch nicht verwunderlich, schließlich gilt Ashwagandha als natürliches Adaptogen.

 

3.     Ashwagandha wirkt antientzündlich und positiv auf das Immunsystem

 

In deinem Körper kommt es immer wieder zu Entzündungen. Kritisch wird es dann, wenn Entzündungsgeschehen chronisch werden. Auch hier kann Ashwagandha scheinbar Abhilfe schaffen, da es laut Studien dazu beiträgt, Entzündungen zu bekämpfen. Forscher stellten fest, dass die Gabe von Ashwagandha-Extrakten sowohl dabei hilft, Entzündungsmarker wie CRP zu verringern als auch die Aktivität der körpereigenen Killerzellen zu erhöhen.

 

AdobeStock_188483818 (Autor Eskymaks)

 

Da die Pflanze aber ein echtes Powerkraut ist, gibt es noch viel mehr Vorteile von Ashwagandha.

 

Ayurveda-Experten sprechen sich für Ashwagandha aus

 

Ayurveda-Therapeuten greifen schon lange auf Ashwagandha zurück, um körperliche und geistige Beschwerden zu bekämpfen. Dazu gehören in erster Linie Erschöpfungszustände und Schlafprobleme. Interessanterweise werden die langjährigen Erfahrungswerte durch Studienergebnisse belegt. So soll die Heilpflanze nicht nur bei Schlafdefiziten, Angstzuständen und Entzündungen hilfreich sein, sondern auch stressbedingten Magengeschwüren vorbeugen sowie die Ausdauer im hektischen Alltag verbessern. Diese positiven Wirkungsweisen werden darauf zurückgeführt, dass Ashwagandha dem Körper scheinbar dabei hilft, flexibler auf ungewohnte Situationen zu reagieren. Ein echter Vorteil, denn das Leben befindet sich in einem ständigen Fluss und verlangt uns täglich vieles ab. Da wäre es doch schön, wenn es ein pflanzliches, nebenwirkungsarmes Mittel gäbe, welches dich fit für die Herausforderungen macht und obendrein noch mit der ayurvedischen Medizin vereinbar ist oder was meinst du?

Deine Jennifer Ann

 

 

 

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