Der Vagusnerv

Dein innerer Schlüssel zu Ruhe, Regulation und Lebendigkeit

Manchmal braucht es keinen großen Umbruch. Kein „Mehr“, kein „Schneller“, kein „Besser“.

Manchmal beginnt Veränderung in ganz kleinen Schritten. In der Ruhe und Entspannung. 

Allerdings ist diese so manches Mal gar nicht so einfach, denn wenn wir dauerhaft hochtourig durch den Alltag hetzen, dann hat der Körper das zur Ruhe kommen irgendwie verlernt. Und genau da kommt dein Vagusnerv ins Spiel. Das Stimulieren des Vagusnervs und ein Gefühl von Sicherheit können dazu beitragen, dass wir mal wieder so richtig entspannen können.  

Der Vagusnerv, mehr als nur ein Nerv

Der Vagusnerv ist der längste Nerv deines parasympathischen Nervensystems. Er verbindet dein Gehirn mit deinem Herzen, deiner Lunge und deinen Bauchorganen.

Er ist quasi eine Verbindungsleitung und doch auch viel mehr. 

Er ist ein Vermittler. Zwischen dem Innen und dem Außen. Zwischen Spannung und Entspannung. Zwischen Überleben und wirklichem Leben.

Er hat einen Einfluss daruf, wie du dich fühlst. Ob du dich sicher erlebst. Ob du in Kontakt gehen kannst, mit dir selbst und mit deinen Mitmenschen.

Warum so viele Menschen heute dysreguliert sind

Vielleicht kennst du das:

Du funktionierst. Du erledigst. Du hast viel zu viel zu tun. 

Und gleichzeitig ist da diese unterschwellige Unruhe. Ein inneres Gefühl von Getriebensein. Ein Gefühl von nicht zur Ruhe kommen können. Glaub mir, ich kenne das. 

Genau das ist der Zustand deines Nervensystems.

Unser Alltag ist oft geprägt von viel zu vielen Reizen, viel zu hohem Druck und viel zu viel Geschwindigkeit. Unser Körper reagiert darauf mit einer gefühlt dauerhaften Aktivierung unseres Systems. Das wiederum führt dazu, dass unser System (Körper, Geist und Seele) kaum bis gar nicht mehr von selbst zur Ruhe finden können. 

Hier ist der Vagusnerv entscheidend. Er ist dein Zugang zurück in Regulation und Balance. 

Was passiert, wenn dein Vagusnerv aktiv ist

Wenn dein Vagusnerv gut schwingen kann,  man spricht auch von „Vagus-Tonus“, verändert sich dein gesamtes Erleben:

  • dein Herzschlag wird ruhiger
  • deine Atmung beruhigt sich
  • dein Körper lässt Spannung los
  • deine Verdauung kommt in Balance
  • du fühlst dich sicherer, verbundener, präsenter

Es entsteht ein Zustand, in dem du nicht nur funktionierst, sondern wirklich da bist.

Die Sprache deines Körpers wieder lernen

Dein Körper spricht ständig mit dir. Nicht in Gedanken. Sondern in Empfindungen. Hast du in letzter Zeit mal in dich hineingelauscht? Wie ist dein Atem? Wie fühlt sich dein Körper an? 

Regulation beginnt im Kleinen

Vielleicht suchst du nach der einen Methode. Nach der schnellen Lösung.

Doch dein Nervensystem funktioniert anders. Denn es liebt Wiederholung & Sicherheit.

Und genau deshalb sind es die kleinen Dinge, die den größten Unterschied machen. Die Momente, die du in deinen Alltag integrierst und dir nicht erst freischaufeln musstest. Die, die ganz leicht zu integrieren sind. 

Impulse für deinen Alltag

1.Atmung

Verlängere bewusst dein Ausatmen. Einatmen zähle bis 4 in den Gedanken, Ausatmend bis 6. 

2. Tönen, Summen, Singen
Egal, ob bei deinem Lieblingslied oder einem schönen Mantra. Gönn dir das!

3. Bewegung
Ein Spaziergang ohne Ziel. Ein achtsames Dehnen. Ein Moment, in dem du dich wieder spürst. Bewegung darf zu deinem Wohlbefinden beitragen. 

4. Verbindung
Ein Blickkontakt. Ein schönes Gespräch. Ein Herzensmoment mit einem lieben Menschen. Regulation entsteht ganz oft im wertschätzenden Miteinander.

5. Kälteimpulse
Ein Spritzer kaltes Wasser ins Gesicht, an den Füßen oder die kalte Dusche am Morgen. 

Es geht nicht um ständige Ruhe, es geht darum Ruhe überhaupt wieder zulassen zu können. 

Ein reguliertes Nervensystem bedeutet nicht, dass du immer entspannt bist.

Es bedeutet, dass du dich bewegst zwischen Aktivität und Ruhe. Zwischen Spannung und Entspannung. 

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